Der Tätowierer oder Piercer lebt juristisch gefährlich

www.tattoo-piercing-versicherung.dePiercings und Tätowierungen gehören nicht mehr in die Ecke der modischen Jugendsünden oder gar ins halbseidene bis kriminelle Milieu. Im Gegenteil. Nicht wenige Menschen sind bereit, für ihr Tattoo imTattoostudio sehr viel Geld zu bezahlen.

Rund acht Millionen Deutsche tragen den in die Haut gestochenen Körperschmuck, der besonders in der Gruppe der 25- bis 35-Jährigen sehr beliebt ist, denn rund ein Fünftel der Deutschen und diesem Alter sind tätowiert.

Gingen vor zwei Jahren die Trendforscher davon aus, der Trend neige sich dem Ende zu, widersprechen dem aktuell die Konsumforscher und behaupten das exakte Gegenteil. Doch was ist, wenn das Ergebnis der Arbeit, welche der Tättoowierer im Tattoostudio oder im Piercingstudioabgeliefert hat, dem Kunden missfällt? Wie steht es beim Tättoowierer oder Piercer hinsichtlich der Haftungen und möglicher Ansprüche auf Schmerzensgeld? Muss das Tattoostudio oder das Piercingstudio für mögliche Folgeschäden eintreten und Zahlungen leisten, wenn die Gesundheit des Kunden beeinträchtigt wird?


Vor dem Tattoo oder dem Piercing ist Aufklärung Pflicht

Als Kunde eines Tattoo- oder Piercingstudios hat man das Recht – und der Tätowierer die Pflicht – auf eine umfassende Aufklärung, zu welchen Risiken es im Zusammenhang mit dem Tattoo oder dem Piercing kommen kann.

Das greift gerade aus dem Grund, da ein Tattoo – wie auch ein Piercing – eine Körperverletzung nach geltendem Recht darstellt, die nur dann straffrei bleibt, wenn der Kunde schriftlich sein Einverständnis in den Eingriff erklärt. Diese Aufklärung durch das Tattoostudio oder Piercingstudio sollte auch allumfassend sein und gewisse Risiken dürfen nicht verschwiegen werden.

Dazu gehört unter anderem die Tatsache, dass die Farbpigmente in der Tätowierfarbe nicht gezielt auf ihre gesundheitsschädigende Wirkung untersucht werden. Klärt der Tätowierer den Kunden nur ungenau auf, haftet er automatisch für auftretende Folgeschäden beim Kunden.

 

Der Tätowierer oder Piercer lebt juristisch gefährlich

Auch wenn die Arbeit, welche das Tattoostudio abliefert, als unprofessionell anzusehen ist, muss der das Unternehmen mit einem Kundenanspruch auf Schadenersatz rechnen – plus einer möglichen Verfolgung wegen Körperverletzung.

Verschreibt sich der Tätowierer oder tritt beim Tätowierten eine nachhaltige Wundentzündung auf, muss das Studio nachbessern oder Schadenersatz leisten. Doch nicht der Ausführende lebt gefährlich, auch der Kunde muss Vorsicht walten lassen. So kann es passieren, dass die eigene Krankenkasse mögliche Nachbehandlungen bei Komplikationen durch eine Tätowierung oder ein Piercing nicht zahlt.

Drum ist angeraten, vor dem Gang ins Studio die Krankenkasse zu kontakten und die Vertragsbedingungen zu erfragen. 

Wer als Tätowierer sicher arbeiten möchte, der sollte eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen, die das finanzielle Risiko des Studios gering hält.

So werden beispielsweise Vermögens-, Sach- und Personenschäden vom Versicherer häufig abgefangen.

Dieser Schutz greift für das Studio, die Angestellten und sogar Gasttätowierer. 

Zudem klärt der Versicherer der Betriebshaftpflichtversicherung vor der Leistung, ob eventuelle Ansprüche berechtigt bestehen.

 

Hier kannst du mehr zu dem Thema: "Betriebshaftpflichtversicherung für Tattoo- und Piercingstudios" lesen.
Danke, dass Du den Artikel teilst!
Share on Facebook
Facebook
0Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on Google+
Google+
0Email this to someone
email
Über Uwe W. Redler
Uwe W. Redler hat sich auf den Bereich Tätowierer- und Piercerversicherungen spezialisiert. Die Leidenschaft des Körperschmucks und die jahrelange Erfahrung im Versicherungsbereich haben ihn auf die Idee gebracht, dieses zu verbinden.

Ein Kommentar zu “Der Tätowierer oder Piercer lebt juristisch gefährlich”

  1. Diana

    Hallo, Ich habe mir im Januar 3 Hundepfoten und enen Schriftzug tättowieren lassen. Die Hundepfoten sollten nach Innen Schattiert werden. Dies hat der Tattowierer aber nicht gemacht Die Hundepfoten bestanden aus dicken schwarzen Balken, welche ich so nicht wollte. Als ich ihn darauf angesprochen habe teilte er mir mit, dass noch etwas Farbe rausgewaschen wird und es dadurch heller wird. Nachdem ich dann einige Zeit gewartet habe und das Tattoo täglich gesäubert hatte habe ich festgestellt, dass keine Farbe mehr abwaschbar ist und bin daraufhin ins tattoostudio gegangen. DIe teilten mir dann mit, dass man beim Nachstechen etwas weiß rein machen würde. Gesagt getan. Beim Nachstechen (durch einen anderen Tattoowierer, da der andere bereits entlassen wurde) wurde der dicke schwarze Balken mit weiß aufgehellt uns dieht seitdem leicht grünlich aus. Der Schriftzug wurde garnicht nachgestochen. Der Tattoowierer meinte dann zu mir, man müsse noch einen Termin machen um den Übergang und die Farbe so hinzubekommen wie es ursprünglich geplant und erwünscht war. Als ich nun ins Tattoostudio gegangen bin teilte mir die Inhaberin mit, dass ich für das Tattoo nochmal bezahlen müsse. Sie sagte mir:“ich kann doch nichts dafür dass meine Mitarbeiter so unfähig sind“. Stattdessen sagte sie mir, ich müsse zu dem Tattoowierer der mir die weiße Farbe mit in mein tattoo gemacht hat (welcher ebenfalls nichtmehr im Tattoostudio arbeitet) und dass er es machen muss. Als ich ihr mitteilte, dass ich einen Vertrag mit ihr abgeschlossen habe und nicht mit dem tattoowierer und dass es ein Werkvertrag ist und sie zur Nachbesserung verpflichtet ist (Zumal das Tattoo statt ursprünglichen 140,00 Euro stolze 200,00 Euro gekostet hat) sagte sie mir, dass es bei Tattoowierern anders ist, da es Freiberufler sind. Den Vertrag den ich unterschrieben hatte habe ich bis heute noch nicht bekommen. Laut der Aussage der Inhaberin wurde er bereits weg geworfen.

    Eine Beratung hat auch nie stattgefunden, obwohl ich denen gesagt habe, dass ich noch kein tattoo habe und gerne ausfürlich darüber informiert werden möchte.

    Meine Frage ist: Was kann ich machen um mein Recht zu bekommen? Ich sehe es nciht ein nochmal dafür zu bezahlen zumal ist Auszubildende bin und nicht wirklich viel Geld zur Verfügung habe.

    Auf eine baldige Antwort freue ich mich und verbleibe

    mit freundlcihen grüßen

    Diana

    Antworten
Ihr Kommentar
  • (will not be published)