Dermal Anchors und Skin Diver gehen unter die Haut – Unterschiede u. Pflegehinweise

Piercings kennt inzwischen jeder, doch was ist mit Dermal Anchors und Skin Divern? Diese spezielle Piercingart steht hoch im Kurs und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder, hat diese Art des Körperschmucks gegenüber des normalen Piercings einiges an Vorteilen.

Normales Piercing und Dermal Anchor/Skindiver – was ist der Unterschied?

Das normale Piercing (Surface-Piercing) verfügt über eine Eintritts- und eine Austrittsstelle.

 

Ein Surface-Piercing zu setzen ist nicht an jeder Körperstelle möglich. An manchen Körperarealen besteht bei Surfaces immer die Gefahr, dass der Schmuck herauswächst.

 

Die Unterhaut-Piercings Dermal Anchor und Skindiver sind sogenannte Single-Point-Piercings (SPPs) und verfügen nur über einen Ausgangspunkt, da sie in die Haut eingesetzt werden und mit dem unter der Haut liegenden Gewebe verwachsen.

 

Somit sind Skindiver und Dermal Anchor an so gut wie jeder Körperstelle möglich. Auch dort, wo ein Surface-Piercing herauswachsen würde.

 

Ein weiterer Vorteil dieser Unterhaut-Piercings findet sich bei der Verwendung im Mundbereich. Surfacepiercings haben innerhalb und außerhalb des Mundes eine Austrittsstelle. Dadurch können sie beispielsweise das Zahnfleisch reizen. SPPs hingegen befinden sich nur außerhalb des Mundes und berühren so zu keiner Zeit das Zahnfleisch oder die Zähne.

 

Ein SPP wird in die Haut eingesetzt und die Plattte verwächst mit dem Gewebe unter der Haut.

Was ist ein Dermal Anchor?

Der Dermal Anchor ist ein Unterhaut- und Single-Point-Piercing.

 

Weitere Namen: Microdermal, Anker-Piercing, Surface Anchor, Hautanker.

 

Der Dermal Anchor besteht aus einer kleinen Lochplatte mit austauschbarem Aufsatz. Die Lochplatte wird in die Haut eingesetzt und verwächst dort mit dem Gewebe.

 

Was ist ein Skin Diver?

Der Skin Diver ist ebenfalls ein Unterhaut- und Single-Point-Piercing.

 

Er ist kleiner als ein Dermal Anchor und besteht aus einer runden, nicht durchlöcherten Platte.

 

Vorteil des Skin Divers: er ist einfacher zu entfernen als ein Dermal Anchor.. Durch ihre geringe Größe können mehrere Skin Diver nebeneinander gesetzt und so ein Muster erzeugt werden.

 

Nachteil des Skin Divers: ältere Exemplare bestehen aus einem Stück. Das Austauschen von Aufsätzen ist bei diesen Skin Divern nicht möglich. Neuere Modelle verfügen inzwischen über austauschbare Aufsätze.

Wie werden Dermal Anchor und Skin Diver gesetzt?

Surface-Piercings werden mit Hilfe einer Kanülennadel gestochen. Bei Unterhaut-Piercings ist es anders.

 

Für Dermal Anchor und Skin Diver wird mit einem Skalpell ein kleiner Schnitt in die Haut gesetzt. Es wird eine kleine „Tasche“ geschaffen. In diese wird die Ankerplatte der SPPs eingesetzt.

 

Eine Alternative zum Skalpell bildet der Biopsie-Punch. Mit diesem Gerät wird ein kleines Stück Haut ausgestanzt. In das so entstandene Loch wird der Skin Diver oder Dermal Anchor eingesetzt.

 

Angst vor Schmerzen? Bei Single-Point-Piercings gibt es keinen Grund dazu. Denn meistens wird das betreffende Hautareal vor dem Schnitt betäubt.

 

Die Risiken der Single-Point-Piercings

Unterhautpiercings und Surfacepiercings haben an sich dieselben Risiken. Doch können Infektionen und Entzündungen bei Unterhaut-Piercings schwerwiegendere Folgen haben.

 

Ein absolutes Muss deshalb: bei Anzeigen einer Entzündung/Infektion sofort zum Arzt.

 

Um etwaige Risiken zu minimieren, ist die Wahl des Piercers entscheidend. Das Studio sollte absolut hygienisch sein. Und der Piercer sollte bereits Erfahrung im Setzen von SPPs vorweisen können.

 

Unerfahrene Piercer könnten beispielsweise die Ankerplatte falsch setzen und so Druck auf Nerven und Blutgefäße ausüben. Die Folge: starke Schmerzen. Auch Gewebeschwund ist bei falsch gesetzten Unterhautpiercings möglich.

 

Die richtige Pflege von Skin Diver und Dermal Anchor

Wie bei allen Piercings spielt auch bei Unterhautpiercings die richtige Pflege eine entscheidende Rolle.

 

Händewaschen ist Pflicht! Niemals mit ungewaschenen Händen anfassen.

vom Piercingstudio empfohlene Pflegemittel nutzen und regelmäßig verwenden.

Tabu in den ersten Wochen: lange Sonnenbäder, Schwimmen, Solarium und Sauna

 

Extra-Tipp:

In den ersten Tagen nach dem Setzen schützt ein Pflaster das Piercing. Wichtig dabei ist ein regelmäßiger Pflasterwechsel.

 

Das Entfernen von Dermal Anchor & Co.

Wird man des Skin Divers oder Dermal Anchors überdrüssig, kann man ihn entfernen lassen. Wobei hier die Betonung auf „entfernen lassen“ liegt.

 

Der Grund dafür ist das Verwachsen der Ankerplatte mit dem Gewebe. Ein Unterhautpiercing selbst entfernen zu wollen ist deshalb eine mehr als nur schlechte Idee.

 

Nur ein Piercer hat die notwendige Erfahrung, einen Dermal Anchor oder Skin Diver ohne große Schmerzen und vor allem ohne Risiko zu entfernen.

 

Wichtig zu wissen: auch wenn das SPP professionell entfernt wird, können immer Narben zurückbleiben.

 

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Über Uwe W. Redler
Uwe W. Redler hat sich auf den Bereich Tätowierer- und Piercerversicherungen spezialisiert. Die Leidenschaft des Körperschmucks und die jahrelange Erfahrung im Versicherungsbereich haben ihn auf die Idee gebracht, dieses zu verbinden.
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