Erst bräunen, dann tätowieren?

Gebräunte Haut und Tattoos – das ist ein ewiges Thema. Braune Haut wirkt gesund und frisch und Tattoos unterstreichen die Persönlichkeit. Dennoch geht beides nur schwer zusammen.

 

Denn die Haut ist durch die UV-Strahlung vorgeschädigt, dadurch weniger belastbar und reagiert anders auf das Tätowieren. Beispielsweise ist häufig die Hautspannung verändert, bei einigen ist die obere Hautschicht verdickt und kann so leichter reißen, insgesamt ist die Haut meist sehr trocken. Gebräunte Haut ist auch deshalb schwerer zu tätowieren, weil die Farbe schlechter unter die Haut geht, es kommt häufiger zu Blutungen. Außerdem löst sich die Haut schneller ab oder bleibt an den Nadeln hängen.

Vorherige Abklärung bei Langzeitgebräunten

Nehmen wir zuerst einmal die Langzeitbräuner. Falls du berufsbedingt oder freiwillig dazu gehörst, kann sich der Tätowierer schon lange vor dem eigentlichen Termin einen Eindruck von deiner Hautstruktur machen.

 

Hier ist es wichtig, dass der Tätowierer bestimmte Nadeln benutzt bzw. andere vermeidet und insgesamt anders arbeitet. So können die Hautverletzungen so gering wie möglich gehalten werden.

 

Sinnvoll ist es zudem, das Motiv direkt an deine Hautstruktur anzupassen. Wenn sie stark gebräunt ist, machen helle, kalte Töne und zarte Motive kaum einen Sinn. Denn dann verschwimmen die Konturen, die Farben kommen nicht wirklich zur Geltung und du bist nur enttäuscht vom Ergebnis. Wenn du nicht ab sofort deinen Arbeitsplatz oder deine Gewohnheiten ändern willst, solltest du dich für ein stabileres und kontrastreiches Motiv wie Tribals entscheiden.

 

Überraschungen vermeiden oder flexibel sein

Zu Überraschungen kann es kommen, wenn die Haut des Kunden plötzlich ganz anders ausschaut als beim ersten Gespräch. Wenn der Kunde nämlich zur Vereinbarung des Termins und Besprechung des Motivs mit seinem natürlichem Teint kommt und einige Wochen oder Monate später zum Stechen plötzlich mit gebräunter Haut erscheint.

 

Nun kann das geplante Motiv eine ganz andere Arbeitsweise oder Nadel verlangen – wie oben bereits beschrieben. Auch die geplanten Farben passen nun möglicherweise nicht mehr zur Hautbräunung und sollten entsprechend angepasst werden. Andernfalls kann es passieren, dass das Ergebnis nicht so ausfällt wie gewünscht. Dann ist die Enttäuschung groß und vielleicht sogar Ärger vorprogrammiert. In dem Fall sollten beide Seiten – Tätowierer und Kunde – flexibel reagieren und ganz im Sinne eines schönen Tattoos miteinander kooperieren.

 

Vielleicht’s und No Go’s fürs Tätowieren

Sollte deine Haut unterschiedlich pigmentiert sein oder auch nur wenige Muttermale aufweisen, die auffällig geformt oder gefärbt sind, dann solltest du vor dem Tätowieren einen Hautarzt aufsuchen. Sogar eine einzige etwas hellere und/oder schuppige Stelle kann gefährlich sein und sollte deshalb vorher fachmännisch untersucht werden. Denn all diese Hautveränderungen werden zu deiner Sicherheit nicht tätowiert.

 

Erst nach der Tattoofreigabe durch den Hautarzt beginnt der Tätowierer mit seiner Arbeit, wobei er die Stellen auslässt, wo sich Male oder Hautveränderungen befinden. Das Problem ist dann später allerdings, dass diese Areale bei späteren Arztbesuchen schwerer zu finden sind als bei untätowierter Haut.

 

Ein absolutes No Go fürs Tätowieren ist Sonnenbrand an der zu tätowierenden Stelle. Bestehst du trotzdem auf dem Tattoo an genau dieser Position, wird der Termin platzen. Das ist kein böser Wille des Tätowierers. Vielmehr hat er dabei nur deine Gesundheit bzw. die deiner Haut im Blick. Denn dort, wo sich der Sonnenbrand befindet, läuft ein Entzündungsvorgang in der Haut ab. Dein Immunsystem arbeitet intensiv, die Gefäße sind erweitert (was durch Röte und Wärme erkennbar ist) und die Haut schmerzt und ist extrem empfindlich. Beim Tätowieren würde es demzufolge zu starken Schmerzen und heftigem Wundfluss kommen. Zudem wäre die Heilung der tätowierten Hautstelle, auf der sich Sonnenbrand befindet, anfällig für Komplikationen, würde unnötig lange dauern und das Ergebnis wäre zudem auch noch wesentlich schlechter als erwünscht.

 

Auf den Hauttyp kommt es an

Bei Menschen mit brauner, dunkelbrauner oder schwarzer Haut sieht das Ganze übrigens etwas anders aus. Die Haut der Menschen mit den Hauttypen 4, 5 und 6 ist von Natur aus melatoninreicher. Deshalb ist das Tätowieren hier unkomplizierter als bei den helleren Hauttypen.

 

Natürlich muss der Tätowierer auch hier auf die passenden Farben und den richtigen Kontrast zum Teint achten, damit das Körperbild auch wirklich gut aussieht. Doch insgesamt haben naturdunkle Typen häufig eine gesündere Hautstruktur mit guter Hautspannung und angemessenem Feuchtigkeitsgehalt.

 

Beim Tätowieren muss als auch auf den Hauttyp geachtet werden – Menschen mit Hauttypen 4, 5 oder 6 können unkomplizierter tätowiert werden als solche vom helleren Typ, die nachgebräunt haben. Zu beachten ist außerdem, ob Hautmale oder andere Unregelmäßigkeiten vorhanden sind. Sonnenbrand ist ein Tabu fürs Tätowieren.

 

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Über Uwe W. Redler
Uwe W. Redler hat sich auf den Bereich Tätowierer- und Piercerversicherungen spezialisiert. Die Leidenschaft des Körperschmucks und die jahrelange Erfahrung im Versicherungsbereich haben ihn auf die Idee gebracht, dieses zu verbinden.
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