Hinterhof-Tätowierer und die Risiken

Der Abend ist ein voller Erfolg. Mit der Anzahl der Drinks, die Du zu Dir nimmst, steigt Dein Selbstvertrauen. Was fehlt ist der Megakracher, das Event, das noch nie da war. In diesem Moment sagst Du Dir: Heute zeige ich, das ich mich traue, es zu tun! Schon bist Du mit der ganzen Clique auf dem Weg zu einem dieser Hinterhof-Tätowierer. Dort angekommen, wirst Du cool in Empfang genommen. Zusammen mit dem Tätowierer ist noch eine hochprozentige Mischung fällig, während ihr über dem Katalog sitzt, um ein Motiv auszuwählen. Du entscheidest Dich für den Namen Deines/r Lebensabschnittspartners oder -partnerin in einem irren Schriftstil mit Herzchen. Der Tätowierer runzelt kurz die Stirn als frage er sich: Wie ging das nochmal? Dann sagt er Dir, dass das Tattoo-Stechen ungefähr eine Stunde dauert. Ihr geht zum voll ausgerüsteten Behandlungsstuhl in der Ecke, der Tätowierer hält die Nadeln unter Wasser, wischt sie ab und schon geht’s los.

 

„Tätowierer“ in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung

 So unglaublich die Story klingt aber so oder so ähnlich passiert es in so mancher feuchten Nacht. Das dies möglich ist, liegt auch daran, dass „Tätowierer“ keine geschützte Berufsbezeichnung ist. Es braucht also kein Berufs- oder Ausbildungsnachweis erbracht werden. Daher kann sich jeder Tätowierer nennen und freudig drauf los stechen. So haben sich zahlreiche zweifelhafte oder auch gutwillige aber inkompetente Tätowierer in Hinterhof-Regionen angesiedelt und bilden dort ein nicht zu unterschätzendes Risiko-Potential. Es kann nämlich einiges passieren, wenn Du Dich auf so ein Abenteuer einlässt.

 

Tätowierung unter Alkohol- oder Drogeneinfluss

Im obigen Fall beispielsweise war Alkohol im Spiel. Dieser hat eine blutverdünnende Wirkung, weswegen ein Tattoo kaum noch sauber gestochen werden kann. Wenn Du nicht gerade in ein Hinterhof-Studio kommst, wirst Du unter Alkohol- oder Drogeneinfluss abgelehnt. Außerdem kann es passieren, dass Du vom Rausch enthemmt ein Motiv auswählst, das Du am nächsten Morgen bereust.

 

Infektionsgefahr

Ein weiteres Risiko im Hinterhof ist natürlich die Hygiene. Dort ist in der Regel kein sterilisierter, strikt abgetrennter Arbeitsplatz vorzufinden. Auch sollte alles, was Deine Haut berührt, aus Einwegmaterial bestehen und vor Deinen Augen aus der Packung genommen werden. Andernfallshttp://tattoo-piercing-versicherung.de/blog/wp-admin/profile.php droht ein Infektionsrisiko mit HIV, Tetanus, Tuberkulose, Hepatitis B sowie C, Syphilis und womit man sich sonst noch anstecken kann.

 

Gefahr von Entzündungen

Dazu kommt, dass die tätowierten Stellen professionell versorgt werden wollen, was im Hinterhof-Studio sehr selten geschieht. Bleibt dies aus, können Entzündungen und dauerhafte Hautveränderungen, die auch Dein Tattoo zerstören, die Folge sein.

 

Unbekannte Zusammensetzung der Farben

Zusätzlich zur Gefährdung Deiner Gesundheit durch Infektionen und mangelnde Versorgung der behandelten Stellen, wird der Hinterhof-Tätowierer sich möglicherweise auch nicht an die Tätowiermittel-Verordnung (TätV) halten. Kontrollen sind in Deutschland nämlich sehr selten. Das heißt, es können Farben von unbekannter bis abenteuerlicher Herkunft mit völlig ungewissen Inhaltsstoffen verwendet werden, die niemand in seinem Körper haben möchte.

 

Fachliche und künstlerische Inkompetenz

Schließlich ist auch zweifelhaft, ob der Tätowierer im Hinterhof fachlich und künstlerisch über die Fähigkeiten verfügt, Dir ein sauberes, fehlerfreies Tattoo zu stechen. Er kann das Motiv falsch umsetzen oder auch zu tief stechen. Das verursacht Schlieren und macht eine Tattooentfernung sehr schwierig. Dazu kann er vieles mehr anrichten, was Dir die Freude an Deinem Körperschmuck schlimmstenfalls ein Leben lang vermiest.

 

Danke, dass Du den Artikel teilst!
Share on Facebook
Facebook
0Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on Google+
Google+
0Email this to someone
email
Über Uwe W. Redler
Uwe W. Redler hat sich auf den Bereich Tätowierer- und Piercerversicherungen spezialisiert. Die Leidenschaft des Körperschmucks und die jahrelange Erfahrung im Versicherungsbereich haben ihn auf die Idee gebracht, dieses zu verbinden.
Ihr Kommentar
  • (will not be published)