Sind fluoreszierende Schwarzlichtfarben gefährlich?

Seit einigen Jahren schwören Party-Fans und Berufstätige in Jobs mit konservativer Outfit-Ordnung auf das sogenannte UV-Tattoo. Der Gag an den Schwarzlichtfarben ist, dass sie im seriösen Business-Alltag nahezu unsichtbar sein sollen, dafür aber Deine Haut After-Work oder am Wochenende in der Disko unter UV-Licht zum intensiv leuchtenden Hingucker machen.

Erst einmal muss dazu gesagt werden, dass auch UV-Farben bei Tageslicht nicht ganz so unsichtbar sind. Nur Titanium-Weiß dürfte an gut einsehbaren Stellen auch am Arbeitsplatz keinen Ärger machen. Außerdem kann das Einstechen der Farben natürlich unabhängig von der verwendeten Tinte sichtbare Hautveränderungen hinterlassen. Wie steht es aber um das Gefahrenpotenzial der fluoreszierenden Schwarzlichtfarben?

Das steckt in UV-Farben

Hauptbestandteil der auf Ultraviolett reagierenden Tinte ist sterilisiertes, destilliertes Wasser. Damit die darin verteilten UV-Farbpartikel eine gleichmäßige Struktur ergeben, sind sie von mikroskopisch kleinen Mikrosphären oder Proteinmolekül-Behältern umschlossen und von ebenso winzigen Polymethylmethacrylat-Kugeln (PMMA) umgeben. Nicht-Chemikern dürfte PMMA unter dem Namen Plexi- oder Acrylglas bekannt sein. Es handelt sich also um eine Acrylfarbe. Auch wenn sich das jetzt alles gefährlich nach Labor anhört, ist für die Alarmstufe Rot nach heutigem Kenntnisstand aber kein Anlass gegeben.

Allergiegefahr bei Schwarzlichtfarben

Die Hersteller versichern, dass die Farben keine Giftstoffe enthalten. Dennoch können Schwarzlichtfarben wie andere Tattoo-Tinte auch allergische Reaktionen, Entzündungen und Juckreiz auslösen. Leider gibt es zu diesen Gefahren keine Langzeitstudien, da UV-Tattoos ursprünglich entwickelt wurden, um Tiere zu markieren. Der Einsatz für UV-empfindliche Kunstgemälde auf der menschlichen Haut stammt aus der US-amerikanischen Raver-Szene der frühen 1990er Jahre.
Bekannt ist inzwischen allerdings, dass bei allergischen Symptomen Tests auf Standardsubstanzen oft negativ ausfallen. Das macht die Behandlung dieser Nebenwirkungen etwas komplizierter. Auch solltest Du bedenken, dass sich ein UV-Tattoo häufig mit dem Laser nicht entfernen lässt. Gerade wenn der Tätowierer Schwarzlichtfarben mit Strontium verwendet hat, wird ein chirurgischer Eingriff fällig.

Für ein Tattoo mit Schwarzlichtfarben brauchst Du einen besonders kompetenten Tätowierer 

Abschließend kann weder eine eindeutige Warnung noch eine Entwarnung gegeben werden. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass ein UV-Tattoo mit einem ähnlichen Risiko verbunden ist, wie andere Tattoos auch. Allergische Reaktionen können immer ausgelöst werden. Sie können sogar mit einer Verzögerung von mehreren Jahren auftreten. Die größte Gefahr besteht aber immer darin, dass der Tätowierer unsauber arbeitet oder Farben mit unklarer Herkunft verwendet.
Dies gilt bei einem UV-Tattoo mehr noch als bei anderen Tattoos, da es besonders sorgfältig und natürlich unter UV-Licht eingestochen werden muss. Lass Dir also bloß nicht zum Beispiel aus einer Urlaubslaune heraus in einem schummerigen Hinterhof-„Tattoo-Studio“ ein UV-Tattoo in Deinen Körper stechen. Besser ist es zu einem vertrauenswürdigen, erfahrenen Tätowierer zu gehen, der sich auch die Zeit nehmen wird, Dich zu Deinem geplanten UV-Tattoo ausführlich und kompetent zu beraten.

 

Danke, dass Du den Artikel teilst!
Share on Facebook
Facebook
0Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on Google+
Google+
0Email this to someone
email
Über Uwe W. Redler
Uwe W. Redler hat sich auf den Bereich Tätowierer- und Piercerversicherungen spezialisiert. Die Leidenschaft des Körperschmucks und die jahrelange Erfahrung im Versicherungsbereich haben ihn auf die Idee gebracht, dieses zu verbinden.
Ihr Kommentar
  • (will not be published)