Tattoos und die Zeit – welche Tattoos waren wann In?

Tätowierungen zieren die Haut vieler Menschen. Und das ist bei weitem nichts Neues. Tattoos gibt es schon seit vielen Jahren, Jahrzehnten, sogar Jahrhunderten.

Doch gibt es spezielle Trends? Tattoos und die Zeit – welche Tattoos waren wann In?

Tattoos und die Zeit - Was war wann in?

Tattoos und die Zeit – von Trends, Reue und mehr

Tätowierungen sind zeitlos, doch nicht alle Motive. So manches Tattoo liegt schlichtweg in einem Trend begründet. Man hat es, denn es war irgendwann mal cool, hip und angesagt. Nebenbei bemerkt ist das einer der schlechtesten Gründe für ein Tattoo. Aber das nur mal am Rande.

Dass es für die verschiedenen Motive „ihre“ Zeiten gab, ist unbestritten. Denn Trends gibt es überall, auch bei den Tattoos. Und immer wieder genug Leute, die sich nach eben diesen Tattoo-Trends richten.

Von Arschgeweih und Kindernamen

 Wird ein Beispiel für legendäre Trendtattoos gesucht, kommt wohl als Erstes das allbekannte Beckentribal in den Sinn. Auch bekannt als Arschgeweih. Doch es gibt noch mehr.

Vor hunderten von Jahren

Vor mehreren hundert Jahren gab es natürlich auch schon Tätowierungen. Doch unterlagen sie damals wohl keinen Trends. Sie dienten vielmehr zur Heilung, für Rituale und dergleichen. Aber auch zum Schutz und ebenso zur Abschreckung von Feinden.

Vor rund 30 Jahren

Circa drei Jahrzehnte ist es her, als Tätowierungen anfingen, zum Massenphänomen zu werden. Und in den 80er Jahren vor allem eines für ihre Träger bedeuteten: Zugehörigkeit. Das war der Trend dieser Zeit. Zur Szene des Rockabilly mit Tattoomotiven wie Kirschen, Schwalben, Pin-Up-Girls. Oder mit anderen Motiven zu den Punks oder anderen Subkulturen.

Vor rund 20 Jahren

Die bunten 90er. Auch zu dieser Zeit gab es einen ganz speziellen Trend in Sachen Tattoos: das Beckentribal. Heute auch bekannt als Arschgeweih, Schlampenstempel oder auch Tussenlenker. Wahrlich keine netten Bezeichnungen.

Doch nicht nur das Arschgeweih, sondern Tribals allgemein waren In in den 1990er Jahren. Das heute mehr als peinlich denn cool angesehene Motiv stammt ursprünglich aus Neuseeland. Genauer gesagt von den dort lebenden Ureinwohnern, den Maori. Dort standen die Tribals für Schutz und auch Stärke.

In den 90er Jahren wurden Tribals zum beliebtesten Tattoomotiv dieser Zeit. Bei Männern zierten sie Beine und Oberarme. Bei Frauen fand man sie am Rücken und über dem Steiß. Früher cool, in und trendy, heute eine oft bereute Jugendsünde.

Doch nicht nur Tribals, auch asiatische Schriftzeichen waren vor rund 20 Jahren angesagt. Es brauchte schon eine große Portion Vertrauen in den Tätowierer oder noch besser eigene gründliche Recherche. Schließlich konnte bei nur einem falsch gesetzten Strich das asiatische Zeichen gleich etwas ganz anderes bedeuten.

Asiatische Zeichen als Tattoo- Ein reines Phänomen des Westens. Denn in Asien selbst trägt niemand Schriftzeichen als Tattoo.

Vor rund 10 Jahren

Auf die Tribals folgten Blumenranken. Zu finden meist am Rücken oder auch an den Körperseiten.

Doch nicht nur Blumen erblühten auf den Körpern der Tattoo-Fans. Auch Sprüche waren vor rund 10 Jahren hoch im Kurs.

Lebensweisheiten, Gedichte, Songtexte und vieles mehr fand seinen Weg unter die Haut.

Etwas später wurde es filigran und versteckt. Der Trend war dabei nicht unbedingt das Motiv, sondern vielmehr die Körperstelle. So zierten auf einmal Tattoos den Nacken oder auch den Fußknöchel.

Und die Motive? An diesen leicht versteckten Stellen war an sich alles erlaubt. Am beliebtesten waren jedoch Sterne.

Vor rund 5 Jahren

Die Promis machten es vor. Tattoos mit relativ sinnfreiem oder auch ironischem Text. Das beste Beispiel: ein tätowiertes „Shhh“ seitlich auf dem Finger. Doch es musste nicht immer Text sein. Auch ein kleiner Schnurrbart war In. Natürlich auch seitlich am Finger.

Doch ein weiterer, zum Glück etwas sinnvollerer Tattoo-Trend begann in dieser Zeit: Kindernamen. Entweder der Name allein oder zusammen mit dem Geburtsdatum. In machen Fällen sogar mit Geburtsgröße und -gewicht. Auf einmal zierten immer mehr solcher Informationen die Körper der Menschen. Kein Wunder, schließlich ist man stolz auf sein Kind.

Dies alles sind nur ein paar Beispiele für die Trends der letzten Jahre und Jahrzehnte.

Wie ist es bei Dir? Trägst Du auch ein solches Trend-Tattoo?

Und jetzt?

 Meist lassen sich Trends erst erkennen, wenn sie schon fast wieder vorbei sind. Bei den ersten Beckentribals wusste doch noch niemand, was daraus werden würde.

Was jedoch heute auffällt: es wird groß.

Während bisher meist einzeln gesetzte Tätowierungen die Körper der Menschen zierten, wachsen die Tattoos nun zusammen. Sie erzählen eine Geschichte und laufen oft über große Flächen des Körpers.

Fazit 

Wann auch immer Du ein Tattoo möchtest, lass Dich nicht von Trends beeinflussen. Zum einen haben die meisten Trend-Tattoofans es irgendwann später doch bereut. Zum anderen willst Du doch sicher nicht ein Tattoo, das jeder hat.

Eine Tätowierung ist etwas Besonderes. Und zwar für Dich. Nicht für jemand anderen. Das Motiv sollte Dir etwas bedeuten. Dich ansprechen. Dich repräsentieren. Ein Trend-Tattoo ist dafür die völlig falsche Wahl.

Hör auf Dein innerstes und denke gut über Dein Tattoo-Motiv nach. Dann triffst Du garantiert die richtige Wahl, auf die Du auch nach Jahrzehnten noch stolz bist.

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Über Uwe W. Redler
Uwe W. Redler hat sich auf den Bereich Tätowierer- und Piercerversicherungen spezialisiert. Die Leidenschaft des Körperschmucks und die jahrelange Erfahrung im Versicherungsbereich haben ihn auf die Idee gebracht, dieses zu verbinden.

2 Kommentare zu “Tattoos und die Zeit – welche Tattoos waren wann In?”

  1. E. Schimetschka

    Ich meine, so zu Zeiten meiner Jugend – sagen wir, in den 60ern – kaum mehrfarbige Tattos gesehen zu haben, höchstens mal rote Herzen oder so, sonst war m. Erinneung nach damals alles monochrom.
    Seit wann kamen denn bunte, also mehrfarbige Tätowierungen auf?
    Habe dazu nirgends konkrete Angaben gefunden…

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