Was bedeutet eigentlich Tribal?

Tattoo-Motive gibt es so viele, wie Tattoo-Träger. Sie reichen von klassisch über modern bis hin zu ganz persönlichen Motiven. Überaus beliebt sind auch Tribals in verschiedensten Ausführungen, die man mit einem leichten Augenzwinkern, irgendwie schon fast mit Scherenschnitt vergleichen kann.

Doch:

Was bedeutet eigentlich Tribal?

Das Wort Tribal leitet sich ab vom englischen Wort Tribe, was soviel wie Stamm bedeutet. Gemeint ist damit aber nicht etwa der Stamm eines Baumes, sondern ein Völkerstamm. Und genau dort liegt auch der Ursprung der Tribal-Tätowierungen.

 

Zwar erlebten Tribals ihren Boom in den 90er Jahren, als sie vor allem als sogenanntes „Arschgeweih“ in den Fokus der Öffentlichkeit rückten. Doch gibt es dieses beliebte Tattoo-Motiv schon viele tausend Jahre länger.

 

Der Ursprung des Tribals

Für den genauen Ursprung des Tribals gibt es mehrere Theorien. Manche schreiben ihn den indigenen Urvölkern Polynesiens zu, andere wiederum den Kelten. Eines haben die Tribals beider Theorien jedoch gemein:

Sie dienten weniger als Körperschmuck, sondern mehr als Teil der Kultur und als Zeichen der Stammeszugehörigkeit.

 

Der Weg der Tribals nach Europa

Sieht man den Ursprung der Tribals in Polynesien, so kamen die beeindruckenden Körperverzierungen von dort aus mit den alten Seefahrern nach Europa. Dort wurden die Tribals zu beliebten Motiven für Tätowierungen.

 

Der Tribal-Boom

Ein richtiger Boom der Tribals als Tattoo-Motiv begann in den 1990er Jahren. Zu dieser Zeit waren sie fast überall zu sehen. Und vor allem das als „Arschgeweih“ betitelte Tribal-Steiß-Tattoo erlebte in dieser Zeit seinen Höhepunkt.

Das dekorative Tribal-Tattoo über dem Steiß war vor allem bei Frauen groß in Mode. Hat heute jedoch, vor allem wegen der oft recht unschmeichelhaften Bezeichnungen, einen eher negativen Touch.

Doch auch bei Männern war das Tribal vor allem in dieser Zeit höchst beliebt. Oft in der Variante, wie sie im 1996 erschienenen Film „From Dusk Till Dawn“ bei George Clooney zu sehen war.

 

Warum sind Tribals so beliebt?

Die Beliebtheit von Tribals hat sich über die Jahrtausende gehalten. Doch nur die wenigsten lassen sich heute Tribals als Zeichen einer Stammeszugehörigkeit in die Haut einbringen. Vielmehr sind Tribals ein modisches Accessoire geworden.

 

Doch auch ästhetisch haben Tribals ihren Nutzen. Schließlich lässt sich der Körper mit Hilfe der geschwungenen Linien gut formen und so ein Bild von Stärke und Kraft vermitteln, indem beispielsweise den Bizeps des Mannes größer erscheinen lassen. Gekonnt eingesetzt betonen sie zudem in dezenter Art und Weise die erotische Ausstrahlung der Frau.

 

Und die Bedeutung? Was bedeuten Tribals heute?

Abgesehen von den Stämmen, die auch heute noch Tribals als Zeichen ihrer Zugehörigkeit nutzen, bedeuten Tribals im Grunde genommen nichts. Vor allem in der westlichen Welt dienen sie nur noch der Ästhetik und der Definition des Körpers.

 

An wirklicher Bedeutung haben die Tribals somit verloren und sind heute mehr Phantasiesymbol als etwas anderes. Doch mit Tribals ist es, wie mit jeder Tätowierung auch. Für ihren Träger hat ein Tattoo immer eine ganz persönliche Bedeutung. Und diese ist weitaus wichtiger, als die Bedeutung eines Tattoo-Motivs im Allgemeinen.

 

Fest steht, das Tribal ist eine Tätowierung mit Geschichte. Von der Stammestätowierung über Tattoobrecher in den 90ern bis hin zum Mainstream-Motiv der heutigen Zeit. Nur wenige Tattoos haben eine solche Historie vorzuweisen.

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Über Uwe W. Redler
Uwe W. Redler hat sich auf den Bereich Tätowierer- und Piercerversicherungen spezialisiert. Die Leidenschaft des Körperschmucks und die jahrelange Erfahrung im Versicherungsbereich haben ihn auf die Idee gebracht, dieses zu verbinden.
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