Klitorispiercing und Klitorisvorhauspiercing – Das musst du wissen und beachten

Die Welt der Piercings an sich ist schon etwas Besonderes. Noch spezieller sind Intim-Piercings.

 

Der intime Körperschmuck sieht nicht nur prickelnd aus, er sorgt oftmals auch für ganz spezielle Reize. Mit zu den beliebtesten Intimpiercings bei Frauen zählen das Klitorispiercing und das Klitorisvorhautpiercing.

 

Klitorispiercing und die Fakten

Das Klitorispiercing

Beim Klitorispiercing handelt es sich durch ein Piercing, welches durch die Klitoris verläuft. Das Klitorispiercing sitzt meist horizontal. Es kann allerdings auch vertikal gestochen werden.

 

Das Klitorispiercing ist selten. Der Grund dafür sind die benötigten anatomischen Voraussetzungen. Aber auch mögliche Probleme wie Überreizung oder (mechanische) Schädigungen während des Stechens lassen viele Frauen auf dieses exklusive Piercing verzichten. Dabei kann dieses Piercing – sofern es richtig gestochen und gut vertragen wird – den Lustgewinn erheblich steigern.

 

Das Klitorisvorhautpiercing

Das Klitorisvorhautpiercing wird lediglich durch die Klitorisvorhaut, nicht die Klitoris selbst gestochen. Ob horizontal oder vertikal oder beides kombiniert bleibt dabei Dir überlassen.

 

Es gilt als eines der beliebtesten und auch am weitesten verbreitetste Intimpiercing bei Frauen. Kein Wunder, schließlich ist dieses Piercing einfach durchzuführen, heilt relativ schnell ab und steigert – in der vertikalen Variante – die Lustempfindung der Klitoris.

 

Das Stechen

Klitorispiercing

Gleich vorweg: das Klitorispiercing ist aus anatomischen Gründen nicht bei jeder Frau möglich. Für ein solches Piercing muss Deine Klitoris einen Mindestdurchmesser von 6 mm haben. Zudem darf das spätere Piercing nicht durch die Klitorisvorhaut bedeckt und dadurch behindert werden.

 

Wird die Klitoris von der Vorhaut bedeckt, ist unter Umständen trotzdem ein Klitorispiercing möglich. Allerdings muss die Klitoris dafür mobilisiert werden. Auch eine Reduktion der Klitorisvorhaut kann notwendig sein, um ein Klitorispiercing zu ermöglichen.

 

Aufgrund der zahlreichen in der Klitoris vorhandenen Nervenenden gilt das Stechen eines Klitorispiercings als riskant. Es besteht dabei stets die Gefahr der Schädigung von Nerven. Die Folgen davon wären ein teilweiser oder im schlimmsten Fall sogar kompletter Sensibilitätsverlust der Klitoris. Das Setzen erfordert deshalb ein hohes Maß an Geschicklichkeit des Piercers.

 

Achte bitte darauf, dass Du Dich für einen Piercer entscheidest, der große Erfahrung im Stechen von Klitorispiercings vorweisen kann.

 

Und was ist mit den Schmerzen?

Das Stechen eines Klitorispiercings ist definitiv schmerzhaft. Wenn Du die Schmerzen umgehen möchtest, frage den Piercer nach einer Betäubung. Denn es ist möglich, das Klitorispiercing auch mit Lokalanästhesie durchzuführen.

 

Klitorisvorhautpiercing

Damit ein Klitorisvorhautpiercing überhaupt gestochen werden kann, ist ausreichend Gewebe dafür die Grundvoraussetzung. Ist nicht genügend Vorhautgewebe vorhanden, wird dieses Piercing schnell herauswachsen.

 

Ob ein Klitorisvorhautpiercing bei Dir möglich ist, kann Dir Dein Piercer in einem ersten Beratungsgespräch sagen.

 

Während des Stechvorgangs kommen beim vertikalen Klitorisvorhautpiercing die Piercingzange sowie eine Kanülennadel zum Einsatz. Die Klitorisvorhaut wird mit der Klemmzange gehalten und mit der Nadel durchstochen.

 

Bei der vertikalen Variante des Klitorisvorhautpiercings wird meist auf die Piercingzange verzichtet, um eine dadurch begründete falsche Platzierung zu vermeiden. Um nicht versehentlich die Klitoris mit der Piercingnadel zu treffen, kommt beim Stechen eine Receiving Tube zum Einsatz. Sie wird den Druck der Piercingnadel entgegengehalten und fängt die Nadel somit ab, bevor sie die Klitoris berühren würde.

 

Klitorispiercing und Klitorisvorhautpiercing – Hygiene und Abheildauer

Bis sowohl ein Klitorispiercing wie auch ein Klitorisvorhautpiercing vollständig abgeheilt ist, dauert es rund 4 – 6 Wochen.

 

Spielt bei normalen Piercings die Hygiene bereits eine große Rolle, bei einem Intimpiercing noch viel mehr.

 

Diese Hygienetipps solltest Du unbedingt beachten:

  • vor jeder Piercing-Berührung unbedingt die Hände waschen
  • die ersten Tage das frische Piercing 2x täglich reinigen – am besten mit mildem Wunddesinfektionsmittel und einem Wattestäbchen – Tipps vom Piercer beachten
  • keine Waschlotionen während der Heilphase
  • kein Waschlappen während der Abheilzeit – Gefahr der Bakterienübertragung
  • Piercingschmuck während der Abheilphase nicht herausnehmen
  • für bis zu 12 Wochen: kein Sex, keine Sauna, kein Schwimmbad, kein Solarium

 

Sobald das Klitorispiercing komplett abgeheilt ist, kann die normale Intimpflege fortgesetzt werden.

 

Auf jeden Fall solltest Du auf die Pflege- und Hygienehinweise Deines Piercers hören. Er wird Dir diese als Merkblatt mitgeben und/oder Dich bereits vor dem Stechen ausführlich dazu beraten.

 

Der Schmuck

Klitorispiercing

Als Schmuck für das Klitorispiercing werden wahlweise ein Barbell oder ein Ball Closure Ring verwendet. Unabhängig von der Schmuckart sollte die Schmuckstärke 1,2 mm nicht unterschreiten.

 

Klitorisvorhautpiercing

Während bei einem vertikalen Klitorisvorhautpiercing meist ein Barbell als Schmuck eingesetzt wird, ist es bei einem horizontalen Klitorisvorhautpiercing ein kleiner Ball Closure Ring (BCR). Der besondere Reiz des BCR liegt dabei in der Kugel, die meist direkt auf der Klitoris liegt und so sehr gefühlsintensiv wirken kann.

 

Die Risiken bei Klitorispiercing und Klitorisvorhautpiercing

Wie bei jedem Piercing liegt ein Risikofaktor im Piercingstudio. Wird hier nicht ausreichend auf Hygiene geachtet, können Infektionen die Folge sein.

 

Ein weiterer Risikofaktor ist der Piercer selbst.

Zumindest dann, wenn er über keine oder nur wenig Erfahrung mit dieser Art Piercing hat. Falsch gestochene Klitoris- oder Klitorisvorhautpiercings können Infektionen, Herauswachsen oder auch Beeinträchtigung der Sensibilität der Klitoris nach sich ziehen.

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Über Uwe W. Redler
Uwe W. Redler hat sich auf den Bereich Tätowierer- und Piercerversicherungen spezialisiert. Die Leidenschaft des Körperschmucks und die jahrelange Erfahrung im Versicherungsbereich haben ihn auf die Idee gebracht, dieses zu verbinden.
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